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Veranstaltungen

27. Juli und 28. Juli 2008 in Hersching am Ammersee

Fachtagung "Besser leben mit Persönlicher Assistenz"

Eine zweitägige Fachtagung möchte hier zum einen Informationen vermitteln und Wege aufzeigen, die eigene Situation zu verändern. Und zum anderen soll in vier Workshops Raum geboten werden, die täglichen Probleme beim Assistenzmanagement anzusprechen. Die Tagung wendet sich also an behinderte Menschen, die auf Pflege und Assistenz angewiesen sind und diese selbst organisieren oder zukünftig selbst organisieren wollen. Es soll aufgezeigt werden, wie die eigene Lebensqualität mit Behinderung und Hilfeabhängigkeit steigen kann. Wie werde ich Akteur meines eigenen Lebens, meines eigenen Wohlbefindens, wie kann ich lange aktiv bleiben, auch wenn ich regelmäßig auf persönliche Assistenz angewiesen bin.

Ein wichtiges Feld und das entscheidende Werkzeug im Umgang mit der persönlichen Assistenz ist zweifelsohne das Personal-management. Personalführung, Personalmotivation, Personalauswahl, nur drei Stichworte, die in jedem Betrieb die Grundlagen für eine gute Zusammenarbeit und qualitativ hochwertige Arbeit bilden. Behinderte AssistenznehmerInnen unterliegen den gleichen Gesetzmäßigkeiten. Am zweiten Tag der Tagung wird Herr Wolfgang Dennier, Dozent für Organisations- und Personalentwicklung aus Berlin auf die Ergebnisse der Workshops vom Vortag eingehen und über entscheidende Grundlagen der Personalführung in Bezug auf persönliche Assistenz referieren.

------------------Ablauf der Tagung:----------------------------

Sonntag 27.7.08

11.00 Uhr Anreise der Teilnehmer
12.00 Uhr Imbiss
13.00 Uhr Begrüßung und Einführung (Andreas Vega)
13.30 Uhr Aufteilung in die Workshops
14.00 Uhr Beginn der Workshops
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr zweiter Teil der Workshops
17.30 Uhr Ende der Workshops
18.00 Uhr Abendessen

Eventuell besteht für Übernachtungs-Teilnehmer die Möglichkeit, mit einem Shuttle am Abend nach München und wieder zurück zu fahren.

Montag 28.7.08:

10.00 Uhr Bericht aus den Workshops
11.00 Uhr Vortrag/Gespräch im Plenum mit Wolfgang Dennier (Dozent für Organisations- und Personalentwicklung)
12.30 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr zweiter Teil: Vortrag/Gespräch im Plenum mit Wolfgang Dennier
15.15 Uhr Verabschiedung
15.30 Uhr Ende der Tagung


-------------Workshop 1---------------

Muss ich danke sagen? Von der Kunst des Umgangs miteinander in der Persönlichen Assistenz

Wohl jede Arbeitgeberin und jeder Arbeitgeber kennt Alltagssituationen, in denen es um die Grundsatzfrage geht: „Muss ich danke sagen?“ Danke, dafür, in dieser Nacht fünfmal gedreht und zweimal zur Toilette gebracht worden zu sein. Danke, dass meine Assistenz mich am nächsten Tag trotz großer Müdigkeit in die Stadt begleitet, meinen Haushalt führt oder für meine Freunde kocht.
Fühle ich mich in solchen oder ähnlichen Situationen zu Dank verpflichtet? Schließlich ist Assistenz doch eine bezahlte Arbeit mit Pflichten für die niemand dankbar sein muss, oder? Es gäbe wohl noch tausend Fragen und individuelle Beispiele, die hier stehen könnten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops sollen ausreichend Gelegenheit haben, gemeinsam Ihre Fragen zum Thema: „Muss ich danke sagen“ zu formulieren. Durch den gegenseitigen Austausch sollen verschiedene Meinungen und Haltungen zum Thema erarbeitet werden. Dabei wird auch auf mögliche Strategien hingearbeitet, die den Umgang mit dem Thema Dankbarkeit und in diesem Zusammenhang auch das Miteinander umgehen erleichtern können.

Workshopleiterinnen:
Kristina Biburger, Dipl. Sozialpädagogin, Beraterin beim VbA - Selbstbestimmt Leben
Michaela Wiesner, Dipl. Sozialpädagogin, Beraterin beim VbA - Selbstbestimmt Leben

------------Workshop 2-----------

Liebe, Freundschaft, Assistenz, geht das?

Ein Assistenzverhältnis ist schon etwas ganz besonderes. Gerade wenn man auf sehr viel Unterstützung angewiesen ist, bleibt die Privat- und Intimsphäre oft auf der Strecke. Und man bewegt sich mit seinen Assistenten/Assistentinnen häufig zwischen Arbeitsverhältnis und Freundschaftsverhältnis, manchmal entwickelt sich sogar Liebe.

Wer kennt dies nicht, da fängt ein/e AssistentIn neu an und es klappt alles sehr gut, nach einiger Zeit ist aus dem anfänglichen Arbeitsverhältnis eine Freundschaft entstanden und plötzlich wird alles kompliziert. Warum? Weil es schwierig wird Grenzen zu ziehen, welche für ein Arbeitsverhältnis ganz normal wären, oder weil man dies oder jenes von Freunden nicht verlangen möchte etc.

Wie geht man am Besten damit um? Ist das überhaupt möglich? Muss ich mich mit meinen Bedürfnissen zurücknehmen, wenn ich mit einer/m AssistentIn auch befreundet bin? Wie gestalte ich ein Arbeitsverhältnis aus welchem sich eine Freundschaft entwickelt hat?
Zusammen mit Ihnen würden wir in diesem Workshop gerne Erfahrungen austauschen und geeignete Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Workshopleiterinnen:
Inge Planggerr, Dipl. Psychologin
Andrea Barth, Psychotherapeutin (HPG) und Erzieherin, Beraterin beim VbA - Selbstbestimmt Leben

------------Workshop 3--------------

Ehe/Partnerschaft und Assistenz

„In guten wie in schlechten Zeiten“ sollen Ehe- / Lebenspartner „bis dass der Tod Euch scheidet“ zueinander stehen…. Und irgendwie wird damit auch suggeriert, dass, gleichgültig was da kommen mag, sich im „Notfall“ einer für den anderen „aufzuopfern“ hat.
Sicher dachte zu den Zeiten, als diese formelhaften Sätze kreiert wurden, noch niemand an die Hilfe oder die „Assistenz“ Dritter. Doch auch heute wird oft fraglos erwartet, dass Familienmitglieder, Ehepartner, Eltern, Kinder sich für andere in der Familie bis zum „ausgebrannt sein“ einsetzen.
Die meisten wissen (oder ahnen), dass mit über das „normale“ Maß hinausgehender Unterstützung häufig Überforderung einhergeht. Aber: Muss das sein??
Andererseits gibt es auch Beziehungen, in denen eine/r mit voller Überzeugung die Rolle des/der „Assistenten/Assistentin“ übernimmt und keine Probleme damit hat.
Wie können Paare/Partner herausfinden, wo sie sich zwischen diesen beiden Polen befinden und ihre individuellen Lösungen daraus entwickeln? Wie können sie mit Veränderungen umgehen, die mit erhöhtem Assistenzbedarf einhergehen? Wie kann konstruktiv kommuniziert und gehandelt werden, um optimale Lösungsansätze zu finden?

Solche und vor allem Fragen aus dem Teinehmer/innenkreis wollen wir erörtern und gemeinsam nach Antworten und praktikablen Lösungen zu suchen.

WorkshopleiterInnen:
Marita Boos-Waidosch,Vorstandsmitglied ZsL Mainz
Dieter Waidosch, langjähriger leitender Mitarbeiter beim Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter in Kassel

-------------Workshop 4----------------

Muss ich mich wirklich um alles selber kümmern?

Selbstbestimmt Leben heißt nicht alles selber machen müssen, sondern selbst entscheiden können, wem man welche Aufgaben sein Leben betreffend überträgt.

Die genossenschaftlich organisierte Persönliche Assistenz ermöglicht behinderten Menschen, dass ihre Kompetenzen nicht immer „funktionieren“ müssen und man auch mal was abgeben kann. Doch wo ist dann die Grenze zu einem klassischen ambulanten Dienst? Wie kann man trotzdem ArbeitgeberIn und ChefIn sein, wo doch die Genossenschaft als formale ArbeitgeberIn fungiert? Und warum gerade eine Genossenschaft?

Anhand der Praxis der WAG – Assistenzgenossenschaft und vielen Geschichten aus dem Alltag können diese Fragen und mehr diskutiert werden.

Workshopleiterin:
Dorothea Brozek, Initiatorin und Mitbegründerin der WAG - Wiener Assistenzgenossenschaft, geschäftsführender Vorstand


-----------Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2008----------------

Die Teilnehmerzahl ist auf 40 beschränkt.

Der Tagungsbeitrag beträgt 50 €. Darin enthalten sind die Verpflegung während der Tagung und die Tagungsunterlagen

Anmeldungsunterlagen bei ISL e.V. Fax 03641 396252 und per E-Mail
oder Anmeldeformular als Worddokument runterladen.
bvieweg@isl-ev.de
www.vba-münchen.de/anmeldung.doc

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