Inhalt.

Logo VbA Selbstbestimmt Leben e. V.
Entdecke Deine Möglichkeiten...!
Navigation:
Inhalt:

News

„Nichts über uns ohne uns“ - Veranstaltung der Bayern-SPD zur UN-Konvention

Zahlreiche Vertreter von verschiedenen Behindertenorganisationen und Betroffene waren gekommen um sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Frau Christa Steeger (Mitglied der SPD-Landtagsfration). Diese war sehr erfreut darüber, dass Frau Evers-Mayer trotz ihrer vielen terminlichen Verpflichtungen zur dieser Veranstaltung nach München kommen konnte.

Schwerpunkt der Diskussion war die Umsetzung gleichberechtigter Bildungschancen für behinderte Kinder bereits ab dem Kindergartenalter. Hierbei müsse der Schwerpunkt auf gemeinsamen Schulunterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern von Anfang an gesetzt werden. Diese dürften nicht schon bei Beginn ihrer Schullaufbahn in gesonderten Einrichtungen beschult werden. Vielfach werde dadurch später der Weg in ein normales Beschäftigungsverhältnis erheblich erschwert bzw. nahezu unmöglich gemacht. Frau Evers-Mayer kritisierte zudem das dreistufige Schulsystem in Deutschland, da beispielsweise die meisten Hauptschulen weder baulich noch personell in der Lage seien, behinderte Kinder überhaupt aufzunehmen. Sie erklärte, dass zurzeit bundesweit nur 18 % der behinderten Kinder auf öffentlichen Schulen unterrichtet werden. Im Umkehrschluss würden also 82 % der behinderten Kinder in Sonderschulen und Förderstätten unterrichtet und verließen diese meist ohne einen nutzbaren Schulabschluss. Vorreiter in dieser Hinsicht sei Schleswig-Holstein, wo es durch spezielle sozialpädagogische Stützpunkte und Angebote gelänge, 48 % der behinderten Schüler in normalen Schulen zu unterrichten.

In Schweden werde Inklusion (gemeinsamer einheitlicher Unterricht für behinderte mit Nichtbehinderten Kindern) besser umgesetzt. Hier gelingt es über 60 % der behinderten Kinder in Regelschulen unterzubringen. Dies sei jedoch nicht mit dem Schulsystem in Deutschland zu vergleichen, da der schwedische Staat die Bildungspolitik zentral regelt, während sie in Deutschland Ländersache ist. Die Bundesbehindertenbeauftragte lobte Projekte, wie integrative Klassen der Montessori Schulen oder der Phoenix, einer Einrichtung der Stiftung Pfennigparade. Sie bedauere ausdrücklich, dass Sie aufgrund des bevorstehenden Regierungswechsels zukünftig ihre Funktion als Bundesbehindertenbeauftragte nicht mehr ausüben werde, betonte jedoch, immer ein Ohr für Fragen der Anwesenden zu haben. Jeder behinderte Mensch müsse grundsätzlich die gleichen Möglichkeiten wie ein nichtbehinderter Mensch haben. Dies gelte auch für die Entscheidungsfreiheit über die eigene Wohnform oder des Zusammenlebens behinderter Menschen mit ihrem Partner. Beides dürfe nicht von den jeweiligen Vermögensverhältnissen abhängen, so Evers-Mayer. Mit Blick auf die zukünftige Bundesregierung erwarte Sie eine Verschlechterung der Behindertenpolitik, beispielsweise durch die Einführung von Pauschalbeträgen, statt der Berücksichtigung der individuellen Situation der Betroffenen. Thomas Müller für VbA-News

Sie befinden sich hier: VbA News aktualisiert: 08.09.2010