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Fachtag informiert über Erwerbsarbeit für Menschen mit Behinderung

Der Fachtag „Arbeit für alle!“ des Behindertenbeirats und des Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt München ließ Betroffene zu Wort kommen und wies Wege, wie dieser Wunsch besser zu verwirklichen ist. Über 200 Fachleute aus der Behindertenhilfe, Verantwortliche aus Betrieben und der Politik trafen sich mit Betroffenen und ihren Angehörigen im Münchner Rathaus.
„Mein großes Ziel ist es, irgendwo draußen zu arbeiten, in einem ganz normalen Betrieb, so wie meine Mama!“ Das Beispiel von Melanie Genthe, 21 Jahre, zur Zeit im Berufsbildungsbereich der Werkstätte für Menschen mit Behinderung in der Humboldtstraße in München beschäftigt, zeigt: Menschen mit Behinderung haben die gleichen Wünsche an ihre Arbeitsstelle wie Nichtbehinderte.
„Der Lebensweg vieler behinderter Menschen ist in Deutschland immer noch von Aussonderung und Ausgrenzung bestimmt, vor allem im Arbeitsleben.
Erwerbsarbeit als Einkommensquelle erhöht die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben. Aber auf diesem Gebiet sind Menschen mit Behinderung besonders benachteiligt“, beschrieb Elke Seyband, geschäftsführender Vorstand des Vereins Cooperative Beschützende Arbeitsstätten, die Bedeutung der bezahlten Beschäftigung. Allein in München sind über 4.800 Menschen mit Behinderungen zwischen 15 und 65 Jahren verrentet. Sie haben den Kampf aufgegeben, sich „zu verbessern bis wir tot umfallen und es würde immer noch nicht ausreichen, weil wir nämlich selbst dann nicht nichtbehindert wären“, wie die arbeitsuchende Rollstuhlfahrerin Karin Steinberg bitter anmerkte.
In der abschließenden Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern von Parteien wurden Ansatzpunkte für Veränderungen in München deutlich.
Kontakte zu Selbstständigen und zu den städtischen Gesellschaften sollen anberaumt und ausgebaut werden, um Menschen mit Behinderungen mehr Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.
„Die Probleme sind erkannt“, so Frau Schnick, verantwortliche Organisatorin des Fachtags. „Lösungen entstehen vor Ort, in den Stadtbezirken. Wir brauchen Arbeitgeber, die auf die Stärken der Bewerber schauen und nicht auf ihre Einschränkungen. Und wir brauchen Assistenzmodelle wie in Hamburg, um Unternehmen dieses zu erleichtern.
Der Behindertenbeirat wird nicht locker lassen, bis auch bei uns die Arbeitsassistenz möglich ist.“

Sie befinden sich hier: VbA News aktualisiert: 08.09.2010