Eine selbstbewusste Kämpferin hat uns verlassen. Rosi Probst starb in der Nacht zum 28. Oktober nach kurzer schwerer Krankheit.
Schon lange bevor viele von uns für ein Leben in Selbstbestimmung eintraten und sich organisierten, war Rosi Probst in der Landeshauptstadt München bei Behörden und in der kommunalen Politik als Streiterin für Teilhabe und Gleichstellung von Menschen mit Behinderung bekannt. Es gab kaum eine Veranstaltung, an der sie nicht teilnahm und lautstark und resolut für die Rechte behinderter Menschen stritt.
Viele Jahre war sie für den Jugendverband des Sozialverband Deutschland (ehemals Reichsbund) Integ im Vorstand tätig. Dies reichte ihr aber nicht aus. Sie stieß Ende der 90er auf die „Selbstbestimmt Leben Bewegung“, war sehr interessiert am „Peer Gedanken“ und nahm an verschiedenen „Peer Counseling“ Trainingsgruppen des VbA-Selbstbestimmt Leben e.V. teil. Dabei lernte sie VertreterInnen der amerikanischen „Independent Living“ Bewegung persönlich kennen.
Zwei Jahre lang gehörte sie unserem Vorstand an und kämpfte insbesondere für die Rechte von Frauen mit Behinderung. Rigoros prangerte Rosi Probst auch Defizite der Politik für Frauen mit Behinderung innerhalb der Bewegung an.
Nur Konsequent waren ihre Aktivitäten, die schließlich zur Gründung des „Netzwerkes für Frauen und Mädchen mit Behinderung Bayern“ geführt haben. Sie scheute sich nicht im bayerischen Ministerium für Soziales lautstark und vehement für dieses Projekt zu streiten. Schließlich fand sie im Netzwerk als Sprecherin ihre politische Heimat und wirkte dort bis zu ihrer schweren kurzen Krankheit als treibende Kraft.
Die „Selbstbestimmt Leben Bewegung“ hat eine starke Persönlichkeit verloren. Sie wusste um ihren nahenden Tod und bestand auf ihr Recht auf ein selbstbestimmtes und würdiges Sterben in ihrer eigenen Wohnung.
Am Freitag, den 31. Oktober um 14:00 Uhr wird Rosi Probst in Antdorf bei Penzberg beigesetzt. Das Netzwerk organisiert einen Bus, Informationen über noch freie Plätze sind unter der Telefonnummer 089/4599 2427 erhältlich.
Auf Wunsch von Rosi Probst wird voraussichtlich am 14. November 2008 um 16:00 Uhr für alle diejenigen, die keine Möglichkeit haben nach Antdorf zu kommen, in der kleinen Kapelle des hinter ihrer Münchner Wohnung liegenden Seniorenheims St. Willibrord ein Gedenkgottesdienst stattfinden. Nähere Informationen können bei Uschi Ohlig unter der Telefonnummer 089/178 3633 abgefragt werden.
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