Die seit 1993 ehrenamtlich als Beauftragte der Stadt Mainz für die Belange von Menschen mit Behinderungen tätige Marita Boos-Waidosch nutzt selbst einen Rollstuhl. Für Ministerin Malu Dreyer trägt die Berufung einer Betroffenen in dieses Amt dem Leitbild der umfassenden selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen Rechnung. Auch für den bisherigen Dienstherrn der neuen Landesbehindertenbeauftragten, den Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel, stellt diese Ernennung "eine gute Wahl" dar. "Marita Boss-Waidosch ist eine Behindertenbeauftragte mit Leib und Seele und in vielerlei Weise außergewöhnlich: Ihr großes Engagement für ein selbstbestimmtes Leben von Behinderten genauso wie ihre persönliche Ausstrahlung, ihre Freude am Gestalten, ihre Offenheit gegenüber Menschen, ihre Zuversicht und Beharrlichkeit", so der Mainzer Oberbürgermeister. Als beste Expertin in eigener Sache habe Marita Boos-Waidosch unter dem Motto "Es gibt immer eine Lösung, wenn man will" vieles bewegt und deutlich gemacht, dass Barrierefreiheit eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und eine Querschnittsaufgabe sei.
Im Mai 1993 wurde Marita Boos-Waidosch zur Behindertenbeauftragten der Stadt Mainz berufen. 1993 begründete sie das Zentrum für Selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen ZsL Mainz mit, das erste Zentrum dieser Art in Rheinland-Pfalz, das damit auch bundesweit zu den Vorreitern zählt und ein lebendiges Netzwerk zur Beratung von Behinderten für Behinderte geworden ist, das die Behindertenpolitik in Mainz in wichtiger Weise mitprägt, gestaltet und begleitet.
Dass die Ernennung von Marita Boos-Waidosch auch bundespolitisch eine große Bedeutung hat, zeigt die Stellungnahme der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer. "Wer Frau Boos-Waidosch kennt, weiß, dass sie eine starke Persönlichkeit ist. Sie setzt sich seit Jahren auch ohne ein so offizielles Amt mit viel Kraft und Engagement für die Belange behinderter Menschen ein. Und, wer Frau Boos-Waidosch als Behindertenbeauftragte beruft, der meint es ernst, denn sie wird mit angebrachter Kritik nicht hinter dem Busch halten. Deshalb halte ich die Entscheidung der rheinland-pfälzischen Landesregierung für sehr gut." |